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9. November 2009

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20 Jahre Deutsche Einheit

09-11vor dem Grenzmuseum
(1. Reihe von rechts nach links:)
Der ehemalige Landrat Gardelegen, Jürgen Ostermann, Staatssekretär im Innenministerium Sachsen-Anhalt, Rüdiger Erben, SPD-Kreischef Detlef Tanke, Landtagsabgeordneter Klaus Schneck.
Seit 20 Jahren ist Deutschland wiedervereinigt. „Anlass genug, uns hier an diesem geschichtsträchtigen Ort der Deutschen Teilung im Doppeldorf Zicherie-Böckwitz zu versammeln, um uns zu erinnern und anschließend über die Fortschritte im wiedervereinigten Deutschland zu sprechen“, so der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD im Landkreis Gifhorn, Detlef Tanke, und der Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Westliche Altmark, Jürgen Barth, vor dem Landwirtschafts- und Grenzmuseum in Böckwitz. „Während in Berlin am 9. November 1989 die Mauer fiel, dauerte es hier in Zicherie-Böckwitz noch bis zum 18. November 1989, dann fiel auch hier die Mauer, die 40 Jahre das Doppeldorf trennte“.

Der Staatssekretär im Innenministerium Sachsen-Anhalt, Rüdiger Erben, nahm als Gast und Diskussionspartner an der Veranstaltung teil. Tanke sagte vor Beginn der Besichtigung: „Wir, aus dem ehemalige Zonenrandgebiet, haben die Tage der Grenzöffnung und den Prozess der Deutschen Einheit besonders intensiv erlebt.“ Der Rundgang durch das Grenzmuseum vermittelte den Sozialdemokraten dann anschließend sehr anschaulich, mit welchen Mitteln und Methoden die Angehörigen der ehemaligen Grenztruppen der DDR versucht haben, die Teilung der beiden deutschen Staaten aufrecht zu erhalten.
„Das dies den Machthabern der DDR nicht gelungen ist, ist ein Glücksfall der Geschichte“, sagte Herbert Lange beim Blick auf das Modell der Grenzanlagen. Der Bürgermeister von Tülau wohnt nur vier Kilometer von der ehemaligen Demokrationslinie entfernt und hat seit seiner Kindheit die Entwicklung an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze hautnah miterlebt.

Hautnah miterlebt habe er am Morgen des 18. November die Vorbereitungen zur Grenzöffnung in der Böckwitzer Schankwirtschaft, erinnert sich der Pressesprecher der SPD-Kreistagsfraktion Joachim Dürheide aus Barwedel, an den geschichtsträchtigen Tag vor 20 Jahren. „Es durfte ja noch kein Bundesbürger nach Böckwitz gehen. Ich hatte eine gültige Einreiseerlaubnis dabei und konnte somit die hastig aufgebaute Kontrollstelle passieren und wenig später wie der Zufall es so wollte, in der Böckwitzer Gaststätte inmitten von Soldaten der Nationalen Volksarmee, Grenzsoldaten und Volkspolizisten die Geschehnisse quasi auf der anderen Seite miterleben. Der Fall der Mauer in Berlin und die Öffnung der Grenze wird für mich ein unvergessliches und historisches Geschichtserlebnis bleiben.“

Weitere anwesende Zeitzeugen wie Georg Vernunft aus Weyhausen hatten viel zu erzählen. Vernunft berichtete von der Aktion „Ungeziefer“ und seiner „Vertreibung“ aus Langfeld an der Elbe im Mecklenburger Land. Noch heute seien bei ihm die Erinnerungen extrem präsent. „Ich wünsche mir, dass solch ein Unrechtsstaat nie wieder entsteht.“


In der Schankwirtschaft „Zur Alten Molkerei“ entwickelte sich anschließend eine angeregte Diskussion. Dabei wurde aus verschiedenen Berichten deutlich, dass noch lange nicht zusammen gewachsen ist, was zusammen gehört. Allerdings war den Hinweisen von Staatssekretär Erben zu entnehmen, dass sich jedoch nur ganz wenige die „alte DDR“ wieder zurückwünschen.
Landtagsabgeordneter Klaus Schneck aus Knesebeck regte abschließend an, „auch der jüngeren Generation, für die es nur noch Geschichte ist, stets durch Eltern und Schule die Erfahrungen aus dieser Zeit weiterzugeben“.


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